Griechenland nach den Wahlen

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Alexis Tsipras gewann die Wahlen vom 25.01.2015 in souveräner Weise. Es fehlten ihm nur 2 Sitze zur absoluten Mehrheit. Eine ganz neue Partei die Syriza wird nun die Geschicke des Landes in Koalition mit dem rechtspopulistischen Kammenos bestimmen. Die etablierten alten Parteien Pasok und Nea Dimokratia sind abgewählt und mit ihnen die gescheiterte Sparpolitik, die das Volk an den Rand eines Ruins geführt hat. Zur Erinnerung: die Gehälter von Beamten wie Lehrern wurden um bis zu 60 % gekürzt. Viele Beamte wurden gar entlassen. Die Rentner mussten starke Kürzungen über sich ergehen lassen. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 50 %, wenn es so weiter geht wird die Generation eine verlorene sein.

Alexis Tsipras

Der Beamtenapparat war in Griechenland überdimensional aufgebläht. Das hatte seine Ursache in der Klientelpolitik früherer Regierungen. Denn die Kanditen fürs Parlament versprachen ihren Wählern als Gegenleistung Posten in der Verwaltung.

Auf der anderen Seite wurden die reichsten Griechen, z.B. die Reeder, mit Steuererlass und verbilligten Diesel bedient. Tsipras will das ändern, hoffentlich wird er dabei erfolgreich sein. Alleine die Besteuerung der reichen Elite würde Griechenland so viel Geld in Staatskasse spülen, dass Hilfen der EU nicht notwendig wären.

Leider ist zu wenig bekannt, dass von den Geldern des Rettungsschirms gerade mal 11% bei den Griechen ankamen. Der große Rest von 89 % wurde aufgewandt, um vor allem französische und deutsche Banken in Griechenland aufzufangen. In diesem Zusammenhang ist es interessant an die Bundesrepublik nach dem 2. Weltkrieg zu erinnern. Deutsche Nationalsozialisten hatten diesen angezettelt und einen Genozid an Juden verschuldet. Darüber hinaus starben sehr viele Russen, Polen, Franzosen und die Amerikaner während des Krieges. Deutschland als Kriegstreiben war zu enormen Reparationszahlungen verpflichtet. Aber diese wurden 1953 Deutschland erlassen und von dem danach entstandene Wirtschaftswunder profitierten unsere Eltern und nun auch wir und unsere Kinder. Was damals passierte war ein Schuldenschnitt, und heute fordert die neue griechisch Regierung nichts anderes als was unserer Republik gewährt wurde.

Und Griechenland hat sich im Vergleich zu Deutschland keine menschenverachtenden Taten zu schulden kommen lassen und hat nicht wie Nazideutschland andere Länder unterjocht und ausgeplündert. Man denke nur an die Beutekunst, die noch nicht vollständig zurückgegeben wurde.

Die europäische Union sollte sich daran erinnen und an das Zitat von Richard von Weizsäcker denken: „Wer sich vereinigt, muss lernen zu teilen“.

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ISA 31.01.2015 – Pressethemen – pressethemen.com – Gastkommentar

 

 

One comment on “Griechenland nach den Wahlen
  1. Pingback: Gastkommentar Griechenland 2015 | Die Grychtol

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